Es war im November 2015 in Köln

Am Anfang standen ein leerer Raum und eine Idee. Lasst uns eine Theatergruppe gründen, lasst uns sehen, ob es einen Plan gibt, lasst uns sehen, ob wir das können und lasst uns sehen, wer kommt.

Und es kamen viele und es gingen viele. Eineinhalb Jahre arbeiteten wir an den Grundlagen des Körpertheaters. Wir spielten, sangen und improvisierten. Am Ende standen Lieder, die wir unser eigen nannten, Menschen die sich kennen gelernt hatten und die Idee eines eigenen Stücks. Acht waren geblieben und bereit, gemeinsam mit uns das Floß unseres Projekts zu besteigen. Doch noch während wir mit den ersten Stößen den Kies unter den Stämmen lockerten, verloren wir drei – einen in den nahenden Sonnenuntergang und zwei ins Leben. Danke Euch!

Und, in uns wuchsen Zweifel. Fünf, wir wollten doch Acht sein. Was, wenn noch einer ins Wasser fällt. Doch bevor sich dieser Gedanke einen Pfad ebnen konnte, griffen diese Fünf beherzt zu, packten sich jeder eine Flößerstange und stießen ab. Wir nahmen Fahrt auf.

Das kalte Herz und die Gier

“So gib mir das kaum pochenden Ding und Du wirst sehen, wie gut Du es dann hast!”

Wir dachten, Wilhelm Hauff habe mit dem “kalten Herz” ein kleines Märchen über den Schwarzwald geschrieben, über einen Mann, der nach mehr strebt und sich fast ins Unglück stürzt. Wir irrten.

Denn was Hauff sah und was ihm begegnete, war in seiner Dimension furchterregend. Anfang des 19. Jahrhunderts reiste er an die Stelle, an der sich der Schwarzwald befunden haben musste. Er fand Leere und Gier. Was Wald und insbesondere Wildnis gewesen war, existierte nicht mehr. Der Holzhandel, die Köhlerei und die Glasbläserei hatten nichts mehr übrig gelassen. Monströse Flöße vom Ausmaß heutiger Tankschiffe schoben sich den Rhein hinab bis Holland und was nicht auf dem Wasser aus dem Schwarzwald hinaus blutete, wurde in den Meilern zu Holzkohle.

Was ist das für ein Tier, die Gier? Es frisst an mir, es frisst in Dir, will mehr und mehr und frisst uns leer. Wo kommt das her, das Tier, und wer erschuf sie nur die Kreatur?

Das Stück und der Weg

Unser bescheidenes Ziel war eine Werkschau, eine lose Aneinanderreihung von Szenen und Liedern. Doch kurz vor der Ziellinie bemerkten wir, dass wir in keiner Seifenkiste, sondern in einem soliden Fahrzeug mit Rädern und Lenkrad saßen. In sechs Monaten hatten wir ein sechzigminütiges Stück über das “kalte Herz”, das Heute und ein Stück weit auch über uns auf die Beine gestellt. Und es war uns eine Freude, an zwei satten Abenden Menschen zu sehen, die am Thema waren, die wir bewegten und die lachten. Wir standen in einem Feld des Gelingens das größer war, als das, was wir zuerst als möglich erachteten.

Wir danken Christian, Gabi, Harry, Inga und Mario dafür, sich eingelassen und uns bis hier hin begleitet zu haben. Wir danken Karl-Heinz, Theo und Kerstin dafür, dass sie uns halfen eine Idee davon zu bekommen, wie ein Floß aussehen mag .Es war uns ein Fest!

 

Daniela und Roland

Das nächste Projekt

Doch was wäre das Vergangene ohne die Zukunft? Lasst es uns herausfinden.

“Ich wünschte, ich hätte den Ring nie bekommen. Ich wünschte, all das wäre nie passiert.” – “Das tun alle, die solche Zeiten erleben. Aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist.”

 

 

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