Tag eins
ist längst vorbei
Tag zwei
ich wähnt mich vogelfrei
Tag drei
ist so lang her, ´s ist einerlei

Und heut?
Isst niemand mehr in China Hunde
Scheint jeder zweite mit dem Tod im Bunde
will jeder alles und auch nichts begreifen
die Festen unserer Seelen schleifen

Und wir?
Wir stehen zwischen Tag und Nacht
gebückt vor eines Anscheins Macht
Wir kaufen täglich unser Brot und Spiele
Weil uns sonst gar nichts mehr gefiele

Und unser Geist?
Vereist und brüchig
Eine Lüge, eine Scham
Beim zweiten Blick
bleibt nichts als Gram

Der Erste wurde lange nicht getan!
Denn schnell brennt Feuer zornesrot
Und schlägt die Liebe und die Seele tot
Und dreht den Kopf mit kalten Händen
Und schreit „Wir werden all´ verenden!“

Und niemand stellt die erste Frage
Und wagt es einer, trifft ihn Spott
Auf das Schafott, auf das Schafott!
Werft hin den Gutmensch widerlich
Warum nur ich, warum nur ich

So stellt Euch vor, es ging um Liebe
Die große, ohne die nichts bliebe
So stellt Euch vor, es ging um Güte
Und unsere Welt wär eine Blüte

So stellt Euch vor die eine Frage
Und es ist nichts, was ich Euch sage
Die Antwort, wäre einerlei
Denn diese Frage macht uns frei

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