Wie beschreibe ich eine knappe Woche voller Körpertheater und Improvisation? Vor einigen Stunden, kurz bevor wir nach Hause aufbrachen, fühlte ich mich an die Ufer meines Seins geworfen. Durchgewalgt, gleichsam aufgeräumt und erkennend, dass hinter jeder Antwort zwei neue Fragen stehen. Unsere Arbeit kreiste um den Aufbruch und die Weltflucht der Romantiker, um den Blick auf das Heute, die Veränderungen der Welt, das neue menschengeprägte Zeitalter und was zu tun wäre. Nichts neues also im Staate Dänemark.

Körpertheater ist eine Begegnung mit sich selbst. Ich betrachtete die Höhen und die Tiefen unseres Wesens auf eine Weise die tiefer geht als jedes Gespräch, als jede Lektüre. Und ich sah mich aufgespannt zwischen der Erkenntnis dass wir gnadenlos verzockt haben, dass die Betrachtung unserer selbst als Viren nicht die unpassendste ist und dem Unwillen, das so stehen zu lassen – frei nach Aragorn, als der Herold des dunklen Herrschers behauptet, Frodo sei getötet: „Ich glaube es nicht. Ich will es nicht glauben!“

Garten im Mühlrain
Garten im Mühlrain

Und nun? Am Mittwoch fühlte ich mich aus einem tiefen Schlaf erwacht, ging geschärft und aufrecht durch die Tage und heute fürchte ich, dass der Mantel der Ablenkung sein dumpfes Tuch ausbreitet und mir die Augen wieder zufallen.

Eine für mich wesentliche Frage der vergangenen Tage war: Wenn ich weiß, dass die alten Tage, in denen unsere Verbindung zur Welt überwog, unwiederbringlich vergangen sind. Wenn ich mich zu ihnen zurück sehne, wünsche dass wir wieder eins werden mit dem Land. Was ist das dann, Weltflucht? Nein, es ist Aufbruch in der Erkenntnis, dass das alte Land unwiederbringlich verloren ist. Es ist Aufbruch mit dem Willen und der Bereitschaft, ein neues zu gründen.

Ab aufs Rad!

Roland

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